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Niedrigere EEG-Umlage durch Reform der Ausnahmeregelungen möglich


In der neuen Studie „Vorschlag für eine Reform der Umlage-Mechanismen im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)“ beschäftigt sich der Think Tank Agora Energiewende mit dem Zusammenhang zwischen der Entwicklung der EEG-Umlage und den Befreiungen für die Industrie und für den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom. Die Autoren gelangen zu der Schlussfolgerung, dass eine mit den Vorgaben der Europäischen Union konforme Reform Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh um 50 € jährlich entlasten und ein EU-Beihilfeverfahren abwenden könnte.

Strompreiskompensationsregel entscheidet über Befreiung

Die Autoren gehen davon aus, dass durch die Beschränkung der Ausnahmeregelungen auf energieintensive und exportorientierte Unternehmen sowie die teilweise Einbindung der Eigenstromerzeugung in die Finanzierung die EEG-Umlage um rund 20 Prozent von aktuell 6,24 Ct/kWh auf rund 5 Ct/kWh sinken könnte. Durch den Anstieg der Eigenstromproduktion und bei der Befreiung von der Umlage ist der Anteil der privilegierten Strommenge von 14 Prozent in 2004 auf derzeit rund 30 Prozent angestiegen, was für die nicht-befreiten Stromverbraucher zu einem Anstieg der Ökostromumlage führt. Der Reformvorschlag sieht vor, dass die Befreiung in Zukunft nur dann gewährt wird, wenn für die Unternehmen die Strompreiskompensationsregel des EU-Emissionshandels gilt, die Höhe des jährlichen Stromverbrauchs hingegen soll keine Rolle mehr spielen.

Ermäßigte Umlage für Eigenverbrauch

Betroffen von der Regel sind 15 Sektoren, darunter die Eisen-, Stahl-, Aluminium-, Kupfer-, Chemie- und Papierindustrie. Agora Energiewende geht davon aus, dass auch begünstigte Unternehmen in Zukunft einen Beitrag zur Finanzierung der Energiewende leisten können, der rund 10 Prozent des normalen Satzes beträgt. Zumutbar sei dies, da die Großverbraucher von den stark gesunkenen Großhandelspreisen profitieren würden. Die Produzenten von Strom für den Eigenverbrauch sind derzeit von der Ökostromumlage ausgenommen. Das Konzept sieht vor, dass diese in Zukunft ebenfalls eine EEG-Umlage abführen sollen, allerdings einen Nachlass von 3,5 Ct/kWh erhalten. Die Umsetzung aller Reformvorschläge würde zu eine Rückgang des privilegierten Stromverbrauchs um rund 30 Prozent von 160 TWh auf 113TWh führen.