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Systembilanz und Steuerbarkeit dezentraler Erzeugungsanlagen


Mit der Steuerung der Erzeugungsleistung lässt sich das Stromangebot an aktuelle Nachfrage anpassen, so dass der Steuerbarkeit eine hohe Bedeutung für die Einhaltung der Systembilanz zukommt. Gerade kleinere dezentrale Stromerzeugungsanlagen, zu denen beispielsweise kleinere Photovoltaiksysteme, KWK-Anlagen oder Biomasseanlagen zählen, sind in der Regel nicht so ausgelegt, dass ihre Leistung durch den Netzbetreiber gesteuert werden kann.

Anteil nichtsteuerbarer Anlagen derzeit unkritisch

Um zu klären, welchen Einfluss der weitere Zubau nicht steuerbarer Erzeugungsanlagen auf die Systembilanz hat, hatte das BMWi die Consentec GmbH und die Ecofys GmbH mit einer Studie beauftragt, welche dieser Frage für den Zeitraum von 2012 bis 2016 nachgeht. Die Studie „Untersuchungen zur Notwendigkeit einer weitergehenden Systemsteuerung zur Einhaltung der Systembilanz“, die auch Lösungsvorschläge beinhaltet für prognostizierte Probleme beinhaltet, liegt mittlerweile vor. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist der Einfluss der nichtsteuerbaren Leistung aus Sicht der Autoren unkritisch, da ein ausreichend hoher Anteil von steuerbarer Erzeugungsleistung von konventionellen Kraftwerken und größeren Anlagen im Bereich der regenerativen Energieerzeugung bereitgestellt wird.

In Zukunft auch Abregelgung von Photovoltaikanlagen

Der weitere Zubau von nichtsteuerbaren dezentralen Erzeugungsanlagen bei gleichzeitigem Rückgang der Einspeisung aus konventionellen Kraftwerken kann jedoch in Verbindung mit der Vorrangeinspeisung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen dazu führen, dass eine ausgeglichene Systembilanz nicht mehr gewährleistet werden kann. Dementsprechend erwarten die Autoren, dass im betrachteten Zeitraum bis 2016 in Zukunft eine steigende Notwendigkeit bestehen wird, die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien aus Gründen der Systembilanz abzuregeln, wobei dies anders als bisher auch für Solaranlagen gelten wird. Gleichzeitig gelangen die Autoren jedoch zu dem Schluss, dass bis 2016 darauf verzichtet werden kann, nicht steuerbare Photovoltaikanlagen auf Steuerbarkeit umzurüsten.

Reservekorridor von 5 bis 12 GW

Insgesamt sind derzeit in Deutschland laut der Studie Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von 20 GW installiert, die nicht durch die Netzbetreiber gesteuert werden können, davon rund 17 GW in Form von Solaranlagen. Die Autoren gehen davon aus, dass selbst unter ungünstigen Annahmen ein Anteil von 24 bis 32 GW an nicht steuerbarer Erzeugungsleistung die Einhaltung der Systembilanz nicht gefährdet, was einer Reserve von rund 5 bis 12 GW entspricht.