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Energiewissenschaftliche Studien zum Kapazitätsmarkt im Vergleich


Vor allem Betreiber von fossilen Kraftwerkskapazitäten fordern Mechanismen, welche eine Vergütung für die Bereithaltung von Reservekapazitäten vorsehen und so wirtschaftlichen Betrieb solcher Kraftwerke auch mit geringer Auslastung gewährleisten. Doch die Bedeutung von Kapazitätsmärkten und entsprechenden Kapazitätsmechanismen für die Stabilität der Stromversorgung in Deutschland ist umstritten.

Koalition will Kapazitätsmarkt für Strom

Neben der grundsätzlichen Notwendigkeit stellt sich hier auch die Frage, nach der regulatorischen Ausgestaltung ab welchem Anteil von erneuerbaren Energien Kapazitätsmärkte eingeführt werden sollten. Anlässlich des Koalitionsvertrags zwischen Union und SPD, in dem sich die Koalitionspartner für die Einführung eines Kapazitätsmechanismus im Strommarkt aussprechen, hat die Agentur für Erneuerbare Energien nun die beiden Vergleichsdossiers "Bedarf an steuerbaren Kapazitäten im Stromsystem und „Entwicklung der Stromgroßhandels- und der CO2-Zertifikatspreise“ veröffentlicht.

Vergütung für bereitgehaltene Reservekapazitäten

Die Anhänger des Kapazitätsmechanismus vertreten die Ansicht, dass niedrigere Börsenstrompreise und ein Rückgang bei der Auslastung den wirtschaftlichen Betrieb von fossilen Kraftwerken, hier sind vor allem die Gaskraftwerke zu nennen, gefährden. Deren Reserveleistung werde jedoch benötigt, um trotz des schwankenden Stromangebots aus erneuerbaren Energiequellen eine stabile Stromversorgung garantieren zu können.

Doch auch wer sich prinzipiell für Kapazitätsmärkte ausspricht, muss für ein ideales Marktdesign eine Vielzahl an Fragen klären und beantworten: Welche Leistungen können die erneuerbaren Energien in Zukunft gesichert bereitstellen, wie wird sich in Zukunft die Jahreshöchstlast entwickeln und welche Möglichkeiten kommen dem Management von Lasten zu, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen und dies auch unter dem Einsatz von Speichertechnologien.

Der Studienvergleich zeigt, dass erwartungsgemäß die getroffenen Annahmen maßgeblich politische Empfehlungen und das Design von Kapazitätsmärkten mitbestimmen.