Folgen Sie uns auf
Schriftgröße

 

Widerstand aus Bayern gegen Sued.Link


Der SuedLink ist das bisher größte und längste Netzausbauprojekt, das in Deutschland die Versorgungssicherheit in Zeiten der Energiewende sichern soll. Am 5. Februar 2014 haben die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW, in deren Gebiet das Projekt fällt, einen ersten Vorschlag für den möglichen Verlauf des Trassenkorridors des ersten Teilvorhabens vorgelegt. Das Projekt besteht insgesamt aus zwei Teilvorhaben.

Bürgerbeteiligung am Trassenverlauf

Eine Verbindung soll von Wilster in der Nähe von Hamburg nach Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) führen, die zweite Verbindung von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg. Endgültig steht der genaue Trassenverlauf jedoch noch nicht fest. So sollen vor dem Beginn des Genehmigungsverfahrens auch die Interessen der betroffenen Bürger und Gemeinden für die weitere Planung berücksichtigt werden. Frühestens im April dieses Jahres soll der Antrag für das erste Vorhaben im Rahmen der Bundesfachplanung gestellt werden.

Bayern gegen Gleichstromverbindungen

In wieweit das Projekt, das ein wichtiger Bestandteil des Netzentwicklungsplans ist und auch vom Bundesbedarfsplangesetz abgedeckt ist, die notwendige Unterstützung durch die Politik erhält, scheint derzeit jedoch fraglich. So hatte die bayerische Staatsregierung im Vorfeld ein Moratorium für Gleichstromverbindungen verkündet und will alle geplanten Stromverbindungen nach Bayern zunächst überprüfen. Angesichts dieser Entwicklung wollen die beiden Übertragungsnetzbetreiber bereits geplante Informationsveranstaltungen für Gemeinden, die innerhalb des Trassenkorridors liegen, zunächst aufschieben bis eine klare Unterstützung von politischer Seite erkennbar ist.

Windkraft für die Verbrauchszentren in Süddeutschland

Die Gleichstromverbindung soll ab 2022 genutzt werden, um den in Schleswig-Holstein erzeugten Windstrom in die Verbrauchszentren in Bayern und Baden-Württemberg zu transportieren. „Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden im Jahr 2023 rund 30 Prozent ihres Jahresverbrauchs an Strom importieren müssen. Die Windenergie, die den Kernenergiestrom ersetzen soll, wird aber vor allem an den Küsten im Norden produziert. Sie muss über hunderte Kilometer nach Süden transportiert werden. SuedLink bildet damit das Rückgrat für eine sichere Stromversorgung im Süden Deutschlands und ist Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Rainer Joswig, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW.