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Neue Ökostromtarife für Österreich veröffentlicht


Am 18. September 2012 wurden in Österreich die neuen Ökostromtarife für Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, veröffentlicht. Die Tarife gelten in Abhängigkeit von den verfügbaren Kontingente für neue Anlagen, für die ein Antrag auf Vertragssschluss mit der OeMAG gestellt wird. Für das Jahr 2012 sieht das Ökostromgesetz automatische Abschläge vor, die je nach Technologie und Kostenentwicklung zwischen 0,5 und 10 % liegen. Die Fördersumme liegt derzeit bei 50 Mio. € und wird jährlich um 1 Mio. € bis auf 40 Mio. € pro Jahr im Jahr 2022 abgesenkt.

Windkraft

Für das 2. Halbjahr 2012 gilt mit 9.5 Ct/kWh weiterhin der Tarif, der bereits beim Wartelistenabbau angewandt wurde. Für 2013 liegt der Vergütungssatz bei 9,45 Ct/kWh und insgesamt stehen jährlich 11,5 Mio. € zur Verfügung.

Photovoltaik

Die Förderung für Großanlagen mit einer Kapazitäten von mehr als 500 kW läuft aus. Dafür gibt es für gebäudeintegrierte Projekte zukünftig eine Kombination aus Investitionszuschuss und Einspeisetarif. Für das zweite Halbjahr 2012 wird für gebäudeintegrierte Anlagen ein Kombinationstarif von 19,7 Cent pro kWh plus einem Zuschuss von 30 Prozent der Investkosten mit maximal 200 Euro pro kW gewährt (entspricht im Vergleich zum früheren System einer Einspeisetarif-Förderung von 21,96 Cent). Aufgrund des Preisverfalls bei PV-Paneelen und weiterer prognostizierter Kostensenkungen liegt der Tarif für 2013 bei 18,12 Cent pro kWh plus Investzuschuss (= 20,20 Cent Einspeisetarif-Förderung). Durch die Tarifdegression von acht Prozent soll die positive Entwicklung in Richtung Marktreife weiter verstärkt werden. Bei Anlagen auf Freiflächen werden für das zweite Halbjahr 2012 18,43 Cent und für 2013 16,59 Cent pro kWh (Abschlag von 10 Prozent) verordnet.

Kleinwasserkraft

Für neue oder revitalisierte Kleinwasserkraftanlagen besteht künftig die Wahlmöglichkeit zwischen einer Investitionsförderung von maximal 30 Prozent und einem gestaffelten Einspeisetarif über 13 Jahre. Dafür wird eine Staffelung der Tarife für 2012 beginnend mit 10,6 Cent pro kWh für die ersten 500.000 kWh produzierten Wasserkraftmengen (Kleinstanlagen) und bis zu 5 Cent pro kWh für Stromerzeugungsmengen über 7.500.000 kWh (Anlagen mit 2 MW) geschaffen. Dabei berücksichtigt das neue Zonentarifmodell, dass die Erzeugungskosten je Kilowattstunde mit zunehmender Leistungsklasse stetig sinken. Für 2013 werden die Tarife mit einem Abschlag von 0,5 Prozent versehen.

Rohstoffabhängige Anlagen

Stromerzeugung aus diesen Rohstoffen wird nur dann mit Einspeisetarifen gefördert, wenn gleichzeitig mit der Stromerzeugung auch Wärme erzeugt und genutzt wird.Bei der Biomasse liegen die Einspeisetarife für neue Anlagen im Jahr 2012 je nach Größe bzw. Leistungsstärke in einer Bandbreite von 11 (Erhöhung um 1 Cent) für große Anlagen bis 18 Cent pro kWh (Erhöhung um drei Cent) für kleine Anlagen. Die Ursache für die Erhöhung liegt in den gestiegenen Rohstoffpreisen. Um den effizienten Biomasse-Einsatz stärker zu forcieren, ist innerhalb des Gesamttopfes, der verpflichtend nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch die Wärmeerzeugung vorsieht, erstmals rund ein Drittel des jährlich neu verfügbaren Förderkontingents für kleine dezentrale hocheffiziente KWK-Anlagen reserviert. Um die Weiterentwicklung innovativer Technologien zu unterstützen und neue Exportchancen zu nützen, wird für KWK-Anlagen bis 500 kW auf Basis fester Biomasse mit einem Brennstoffausnutzungsrad von mindestens 70 Prozent ein Bonus von 2 Cent pro kWh gewährt.

Bei Biogas liegen die neuen Tarife je nach Anlagengröße zwischen 13 und 19,60 Cent pro kWh. Für die größte Anlagenkategorie bleibt der Tarif gleich, für kleinere Anlagen gibt es ein Plus von bis zu sechs Prozent.

Für das Jahr 2013 werden die Tarife aller rohstoffabhängigen Anlagen um 0,5 Prozent reduziert.


Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend