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Batteriespeicher für First Mover


Der Markt für Speichersysteme, die in Photovoltaikanlagen für einen höheren Eigenverbrauchsanteil sorgen sollen, erinnert derzeit an die Marktsituation der Solarenergie Anfang der neunziger Jahre. Mit dem 1.000 Dächerprogramm stand damals erstmalig ein Förderprogramm zur Verfügung, das sich an die Besitzer von Privathäusern richtete und einen Absatzmarkt für eine Technologie schaffen sollte, die damals am Anfang einer dynamischen Entwicklung stand.

Rendite nicht mit Photovoltaikanlagen vergleichbar

Sie sprach keinen Massenmarkt, sondern Enthusiasten und Idealisten an. Über die letzten Jahre konnte die Photovoltaik - nicht zuletzt aufgrund der hohen Renditeversprechen - jedoch breite Käuferschichten hinzugewinnen. Die Integration von Batteriespeichern bei Neuanlagen oder die Nachrüstung von Bestandsanlagen ist jedoch allenfalls State-of-the-Art, keinesfalls jedoch gängiger Standard beim Anlagendesign. Haushalte, die bereits über eine Photovoltaikanlage verfügen, sind von der sicheren und leicht prognostizierbaren Rendite verwöhnt, hohe Investitionskosten für Speicher und eine unsichere Rendite, die maßgeblich von der zukünftigen und damit ungewissen Entwicklung der Strombezugskosten sowie der Höhe der individuell erzielbaren Eigenverbrauchsquote abhängt, führen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu Zurückhaltung bei der Investitionsentscheidung.

Mehrfachnutzen von Speichern als Vertriebsargument

Unternehmen stehen daher vor der Hausforderung, alternative Nutzen und Vorteile der Stromspeicher aufzuzeigen und entsprechende Bedürfnisse bei den Endkunden zu adressieren, bis technologische Weiterentwicklung und Massenfertigung niedrigere Kosten und damit attraktivere Renditeerwartungen ermöglichen. Mehr Unabhängigkeit vom Angebot der Energieversorgung, Versorgungssicherheit bei Blackouts und Freude an Technologie können solche Kriterien sein und adressieren Individualisten, sicherheitsbewusste Kunden und die Anwender der ersten Generation.

Technologiewettstreit Lithium- versus Blei-Akkumulatoren

Doch nicht nur auf der Nachfrageseite erinnert die derzeitige Marktsituation an die Anfangsjahre der Photovoltaik in Deutschland, in denen aufgrund der hohen Kosten für die Komponenten einer Photovoltaikanlage gewiss nicht die Rendite der maßgebliche Auslöser für eine Investitionsentscheidung war, sondern diese von den Werten der Umweltbewegung bestimmt wurde. Auch auf Anbieterseite lassen sich Parallelen ziehen: Was bei der Photovoltaik der Wettstreit zwischen Dünnschichttechnologien und kristallinen Zellen war, ist bei den Speichern die Entscheidung zwischen Blei-Batterien und Lithium-Ionen-Akkumulatoren, wobei das zur Diskussion stehende Technologieportfolio aufgrund der Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen in Unternehmen und Forschungseinrichtungen um weitere - vor allem elektrochemische – Speicher ergänzt werden wird.

Keine "EEG-Förderung" für Speicher

Wie bereits bei der Photovoltaik soll auch bei den Speichern die Nachfrage durch eine Förderung gesteigert werden und so stellt das Bundesumweltministerium über die Kreditanstalt für Wiederaufbau über einen Zeitraum von zwei Jahren einen mit 25 Mio. € gefüllten Fördertopf zur Verfügung. Gleichzeitig wurde jedoch von Bundesumweltminister Altmaier deutlich gemacht, dass Anbieter und Käufer von Speicherlösungen nicht damit rechnen sollten, dass sich hier die Geschichte des EEG und der Photovoltaik wiederholen wird.